Kreditkarten – Gebühren und versteckte Kosten

Kreditkarteninhaber wissen in der Regel nach gutem Preis-Leistungsvergleich, welche Gebühren sie für ihre Kreditkarte zu zahlen haben. Viele anfallende Kosten sind von Anfang an klar. Dennoch gibt es versteckte Ausgaben, die sich im Laufe der Zeit aufsummieren und am Ende des Monats auf der Kreditkartenabrechnung für Überraschung sorgen können.
Im Nachfolgenden werden einige Gebühren aufgelistet, mit denen Kreditkarteninhaber rechnen müssen oder je nach Vertrag rechnen können. Nicht jede Gebühr fällt bei jeder Kreditkarte as. Ein vorheriger Vergleich ist daher empfehlenswert.
Anfallende Gebühren im Überblick:

  • Grundgebühr
  • Aktivierungs- und Einrichtungsgebühr
  • Bargeldabhebungsgebühr
  • Auslandseinsatzentgelt
  • Zinsen bei Ratenzahlungen
  • Verzugszinsen
  • RKV – Entgelt für Restkreditversicherung
  • Weitere Gebühren

Die Grundgebühr

Die Grundgebühr oder auch Jahresgebühr wird einmal im Jahr vom Kartenkonto abgebucht und in der Kreditkartenabrechnung in Rechnung gestellt. Die Höhe des Beitrages wird von der kartenausstellenden Bank festgelegt und liegt in den meisten Fällen zwischen 0,00 Euro und 100,00 Euro. In einigen Fällen wird im ersten Jahr die Grundgebühr erlassen und fällt erst im zweiten Jahr an.

Aktivierungs- und Einrichtungsgebühr

Diese Gebühren fallen nur einmalig zu Beginn der Vertragslaufzeit an. Sie decken die entstehenden Kosten der Bearbeitung des Antrags und aller dazugehörigen Aufwendungen bis hin zum Versand des Vertrags und der Kreditkarte ab.

Welche Kosten entstehen bei der Bargeldabhebung?

Auch bei Bargeldauszahlungen fallen Gebühren an. Sie liegen meist zwischen 3 und 4 Prozent und stehen in Bezug zum ausgezahlten Betrag. Oft liegt auch eine Mindestgebühr von ungefähr 5,00 Euro an, die in jedem Fall zu zahlen ist, selbst, wenn der prozentuale Gebührenwert unter der Mindestgebühr liegt. Je nach Anbieter liegt zudem eine Verzinsung, im Zeitraum zwischen der Abhebung bis zur vollständigen Rückzahlung des abgehobenen Betrages, vor.
Nimmt man eine Abhebung direkt am Schalter vor, belaufen sich die Entgelte auf ein Vielfaches im Vergleich zur Bargeldabhebung am Automaten. Davon ist also abzuraten.
Weitere Ausgaben kommen an einigen Bankautomaten auf den Kunden zu, bei denen die Geldautomatenbetreiber für Barverfügungen ein zusätzliches Entgelt verlangen. Dieses muss bei dem Automaten allerdings angekündigt und dem Kunden die Möglichkeit gegeben werden, den Vorgang abzubrechen.

Was bedeutet das Auslandseinsatzentgelt?

Abgekürzt wird das Auslandseinsatzentgelt bei der Kreditkartenabrechnung häufig mit AEE. Dieses Entgelt wird den Kreditkartenbesitzern angerechnet, die sich zur Zeit der Zahlung im Ausland befanden, in dem der Euro als nicht offizielle Währung gilt. Der Betrag in der bezahlten Auslandswährung wird in der Abrechnung in Euro umgewandelt. Dabei fällt die Gebühr an. In der Regel beläuft sich der Betrag auf 1 bis 2 Prozent des Umsatzes.

Zinsen bei Ratenzahlungen

Besteht bei einer Kreditkarte, wie zum Beispiel einer Revolving-Kreditkarte, die Möglichkeit den anfallenden Betrag in Raten zurück zu zahlen, fallen Zinsen an. Diese liegen in der Regel um die 10 bis 20 Prozent und beziehen sich auf den gesamten Zeitraum von Inanspruchnahme des Geldes bis Tilgung. Liegt ein ganzer Monat dazwischen, sammelt sich der Betrag an. Zudem werden über einen längeren Zeitraum Zinseszinsen fällig, die auf Dauer die Kosten der Kreditkarte erhöhen. Somit ist eine Ratenzahlung nur über einen kurzen Zeitraum zu empfehlen.

Wann und wie hoch fallen Verzugszinsen an?

Ist man nicht in der Lage die Kreditkartenabrechnung bis zum gesetzten Datum zu begleichen oder es entsteht eine verzögerte Ratenzahlung, berechnen die Banken einen zusätzlichen Verzugszins. Diese liegen laut Bürgerlichem Gesetzbuch (BGB) pro Jahr 5 Prozent über dem Basiszinssatz.

RKV – Entgelt für Restkreditversicherung

Restkreditversicherungen sind Services, die Banken ihren Kunden anbieten. Es gewährleistet die Sicherheit, trotz zum Beispiel unverschuldeter Arbeitslosigkeit, Kreditkartenumsätze rechtzeitig zurückzahlen zu können. Genauere Infos dazu lassen sich in den jeweiligen Versicherungsbedingungen der Kreditkarte finden. Der Beitrag, der RKV wird ebenfalls am Ende des Monats zusammen mit der Kreditkartenabrechnung beglichen und beläuft sich auf ungefähr 1 Prozent des Kartensaldos.

Wo fallen noch weitere Gebühren an?

Neben diesen hauptsächlich anfallenden Ausgaben, gibt es noch kleine Serviceleistungen, die man mit entsprechendem Entgelt in Anspruch nehmen kann.
Dazu zählen unter anderem folgende Angebote:

  • Überweisungen und Eilüberweisungen auf ein Referenzkonto
  • Zusendungen und Neuzusendungen des Kontoauszugs oder der Kreditkartenabrechnung
  • Kartenersatz, wie bei Verlust oder Namensänderung
  • PIN Ersatz, wenn der Kunde seinen PIN vergisst

Welche Gebühren betreffen den Kunden im Ausland?

Kreditkarten rentieren sich vor allen Dingen in Ländern, in denen die normale deutsche Geldkarte in fremdländischen Banken nicht angenommen wird. Dabei stellt sich auch hier wieder die Frage, welche Gebühren bei Gebrauch der Kreditkarte im Ausland auf den Kunden zukommen können.
Hierzu gibt es entscheidende Unterschiede zwischen dem Europäischen Ausland und dem Nichteuropäischen Ausland.

Kreditkartenzahlung im Europäischen Ausland

Bei sämtlichen Transaktionen in Euro, dürfen Banken nach europäischem Recht innerhalb der Europäischen Union (EU) keine Gebühren verlangen, die höher sind als die Gebühren für Inlandstransaktionen. Darunter fallen folgende Bereiche:

  • Überweisungen
  • Kartenzahlungen
  • Lastschriften
  • Finanztransfers
  • Geldabhebungen

Barauszahlungen am Geldautomaten bilden allerdings eine kleine Ausnahme. Zwar fällt im Sinne der EU-Richtlinien für die getätigte Transaktion mit der Kreditkarte keine Gebühr (Auslandseinsatzentgelt) an, dennoch darf die Bank dem Kunden für die Funktionalität der Barabhebung eine Gebühr berechnen, den so genannten Auslandsaufschlag.

Kreditkartenzahlungen im nichteuropäischen Ausland

Tätigt der Kunde Transaktionen mit seiner Kreditkarte, bei denen nicht der Euro, sondern eine andere Währung vorliegt, rechnen die Banken den Fremdwert für die Kreditkartenabrechnung in den Euro-Wert um. Dafür dürfen sie eine Gebühr erheben, das Auslandseinsatzentgelt. Diese Gebühr ist meistens von dem Auftraggeber selbst zu zahlen. Nimmt man hingegen nur eine Überweisung vor, gibt es mehrere Möglichkeiten, wie das Entgelt aufgeteilt wird. Das lässt sich bei dem eigenen Bankinstitut in Erfahrung bringen. Zum Beispiel kann es zu einer Aufteilung des Entgelts zwischen Empfänger und Auftraggeber kommen, oder der Empfänger übernimmt dies komplett.

Gebühren des Geldautomatenbetreibers

Egal ob im Inland oder im Ausland, es ist möglich, dass man eine Gebühr des Geldautomatenbetreibers mit beachten muss. Diese Gebühr läuft neben dem Auslandseinsatzentgelt und –aufschlag. Sie wird normalerweise direkt vom Abhebebetrag aufgerechnet, sodass dem Kunden noch mehr Geld abgezogen wird, als er eigentlich ausgezahlt bekommt. Die Betreiber der Geldautomaten müssen jedoch darauf hinweisen und der Kunde muss die Gebühr per Auswahl akzeptieren oder kann den Vorgang abbrechen.