Welche Kreditkartengebühren können anfallen? Eine Übersicht über mögliche Gebühren

Diese Kreditkartengebühren können anfallen

Es gibt die unterschiedlichsten Kreditkartengebühren, die Verbraucher kennen sollten. Wenn mit einer “kostenlosen Kreditkarte“ geworben wird, heißt das natürlich nicht, dass überhaupt keine Kosten bei der Nutzung entstehen – dann würde ja der Anbieter nichts verdienen. Doch welche Gebühren gibt es, und worauf kommt es dabei an?

Die Jahresgebühr

Eine Jahresgebühr erheben viele Anbieter nicht, die daraufhin mit einer kostenlosen Kreditkarte werben. Es handelt sich um eine jährliche Grundgebühr, die unabhängig von der Nutzung entsteht. Wo sie gefordert wird, kann sie rund 20 bis über 100 Euro betragen, im absoluten Premiumbereich (Gold-, Platin- und Schwarzkarten) entstehen teilweise deutlich höhere Jahresgebühren. Sie sind regelmäßig mit Serviceleistungen verbunden, für preiswertere Kartenmodelle in Form von Reise-, Kranken- oder Diebstahlversicherungen, im gehobenen Segment auch beispielsweise mit einem Concierge-Service. Die Inhaber von Black Cards können schon einmal von einem Lotsen die Jacht in den Hafen von Monaco bugsieren lassen. Verbraucher mit durchschnittlichem Jahreseinkommen werden höchstens bedenken, ob sie für eine Jahresgebühr eine Auslandskrankenversicherung gut nutzen könnten. Es ist außerdem zu beachten, dass manch eine Jahresgebühr erst ab dem zweiten Jahr und manchmal auch nur bei Unterschreiten eines Jahresumsatzes auf die Kreditkarte anfällt.



Bargeldgebühr

Bei einigen Kreditkartenangeboten entstehen gar keine Bargeldgebühren, bei anderen nur in Deutschland, aber im Ausland nicht, manchmal entstehen sie auch grundsätzlich. Sie werden in der Regel prozentual vom Umsatz abgerechnet (etwa 3,0 – 4,0 %), daneben sind Mindestbeträge zwischen rund zwei bis fünf Euro üblich. Diese Konditionen gibt zwar jeder Kartenanbieter deutlich bekannt, sie sind aber teilweise etwas tricky ausgestaltet. Das Szenario, über das viele Verbraucher stolpern, sind Bargeldgebühren in Deutschland, aber nicht im Ausland. Die Zielrichtung ist klar: Die Kreditkarte dient eigentlich vorrangig dem Auslandseinsatz, jedenfalls bei Barabhebungen. Wenn der Kunde für das Inland seine girocard der Hausbank mit sich führt, ist das kein Problem. Zu unterscheiden ist die Bargeldgebühr von der Fremdwährungsgebühr.

Fremdwährungsgebühr

Diese Gebühr entsteht außerhalb der Eurozone praktisch immer. Sie beträgt regelmäßig um 1,0 – 2,0 % des Umsatzes und entsteht bei Kartenzahlungen etwa für einen Mietwagen, das Hotel oder beim Einkauf ebenso wie beim Abheben von Bargeld. Selbst bei Online-Einkäufen bei einem Händler außerhalb der Eurozone wird die Fremdwährungsgebühr erhoben, und zwar auch, wenn der Einkauf von Deutschland aus durchgeführt wird. Bei einer Bargeldabhebung außerhalb der Eurozone, die auch mit einer Bargeldgebühr belegt wird, könnte das teuer werden: Es wären sechs Prozent an Gebühren denkbar. Daher bieten viele Kreditkartengesellschaften den kostenlosen Bargeldbezug außerhalb von Deutschland an. Es gibt sehr wenige Kartenanbieter, die Fremdwährungsgebühren erstatten, die Karten der Consorsbank, von Advanzia und Barclaycard gehören dazu.

Ratenzahlungsgebühr

Hierbei handelt es sich um die Kreditzinsen. Die echte Kreditkarte ist dazu da, einen Kredit zu gewähren, der natürlich verzinst wird. Diese Zinsen fallen recht unterschiedlich an, im Jahr 2015 sind am Markt Spannen zwischen rund sieben bis 18 Prozent feststellbar. Doch nur der Blick auf den Sollzinssatz ist nicht immer zielführend. Viele Anbieter gewähren ein zinsloses Zahlungsziel, das zwischen vier bis acht Wochen betragen kann. Das bedeutet, dass diese Karte tatsächlich einen zinslosen Kredit gewährt. Für den Verbraucher mit normalen Reise- und Urlaubsgewohnheiten ist das höchst erfreulich, denn diese Menschen halten sich kaum jemals länger als ein bis zwei Monate im Ausland auf. Wer nun ein Karte mit hohen Sollzinsen, aber langem zinsfreien Zahlungsziel wählt, könnte mehr sparen als der Inhaber einer Debitkarte mit sehr niedrigen Zinsen, die an ein Girokonto gekoppelt ist und dieses sofort belastet. Dabei entstehen Sollzinsen, wenn das Konto nicht im Plus geführt wird. Das ist beispielsweise bei der DKB Cash-Visa Card der Fall, die jedoch mit 7,5 % erfreulich niedrig verzinst wird.



Sonstige Gebühren

Auch Partnerkarten oder die Gestaltung eines persönlichen Logos auf der Kreditkarte können etwas kosten. Prepaid-Kreditkarten werden manchmal beim Aufladen mit einer Gebühr belastet. Nicht zuletzt kostet es oft gar nicht wenig, wenn eine Karte verloren wurde und der Inhaber eine Ersatzkarte benötigt.