Schuldenfalle Kreditkarte – Wieso sich die Kreditkarte für Finanzierungen oft nicht lohnt

Schuldenfalle Kreditkarte – Wieso sich die Kreditkarte für Finanzierungen oft nicht lohnt

Die Kreditkarte als solche ist ein Zahlungsmittel für Online- und Offlinekäufe, kombiniert mit einer Bargeldabhebungsfunktion am Geldautomaten. Das Bestechende an der Kreditkarte ist ihre weltweite Akzeptanz, ganz im Gegensatz zur Girokarte. Die ist weitgehend an das kontoführende Kreditinstitut gebunden. So weit, so gut. Wie der Begriff definiert, gehört unmittelbar zu der Karte auch ein Kredit. So war es in den vergangenen Jahrzehnten. Heutzutage wird der Begriff Kreditkarte deutlich weiter gefasst. Kreditkarten der namhaften Herausgeber und Anbieter gibt es sowohl mit als auch ohne Kartenkredit. Entscheidend ist einzig und allein die Verwendbarkeit als Zahlungsmittel unter der Voraussetzung, dass das Kreditkartenkonto

• mit einem Kartenkredit ausgestattet ist
• ein Guthaben ausweist, über das verfügt werden kann [Prepaid]

Das Tückische an einer Kreditkarte mit Kartenkredit ist dessen Ausgestaltung. Er ist kein Ratenkredit, sondern vergleichbar mit einem Rahmenkredit oder mit einem Dispo-Kredit. Die monatliche Pflichtrate zur Kreditrückführung ist in den meisten Fällen recht niedrig. Dem Karteninhaber steht es frei, darüber hinaus zusätzliche Zahlungen zu leisten, um den Kartensaldo zu reduzieren. Doch an diesem Punkt scheitert der Karteninhaber, und in dieser Situation öffnet sich die Schuldenfalle.



Die Kartenanbieter werben damit, dass der Karteninhaber absolute Freiheit darin hat, wann er wie den Kartensaldo zurückführt. Doch das ist nur die eine Seite der Medaille. Auf der anderen stehen die beiden entscheidenden Negativpunkte

• überdurchschnittlich hohe Kreditzinsen im zweistelligen Bereich
• nachträgliche Kreditkartenabrechnung

Der Karteninhaber müsste eine eigene Excel-Tabelle als Staffelrechnung führen, um den Überblick über seine bargeldlosen sowie Barverfügungen mit der Kreditkarte zu behalten. Besonders aufwändig bis kompliziert wird es, wenn mit der Kreditkarte Zahlungen in Fremdwährung geleistet werden. Alles wird im Nachhinein abgerechnet, oftmals erst Wochen später. Da nützt der jederzeitige Onlinezugriff auf das Kartenkonto nicht allzu viel. Denn Sollzinsen werden immer erst im Nachhinein berechnet und dem Kartenkonto belastet.

Eine „richtige Finanzierung“ ist vergleichbar mit einem Projekt, das einen Anfang und ein Ende hat. Das gilt für die saisonale Einkleidung ebenso wie für die Urlaubsfinanzierung oder wie für eine Haushaltsanschaffung. Ist das Projekt beendet, muss der Kreditsaldo ausgeglichen sein. Dazu eignet sich am besten ein Ratenkredit. Wie das Wort sagt, wird er in feststehenden Monatsraten zurückgezahlt. Der Kreditnehmer weiß genau, wann die damit verbundene Finanzierung beendet ist. Während der heutigen EZB-Niedrigzinspolitik ist der Effektivzinssatz für Ratenkredite verführerisch niedrig, ganz im Gegensatz zum Kartenkredit. Allein schon aus diesem Gesichtspunkt heraus ist eine Finanzierung per Kreditkarte nicht lohnenswert. Die eigentliche Schuldenfalle ist jedoch die unübersichtliche Rückführung des Kartenkredites. Der Karteninhaber kann hin und her rechnen wie er will; am Ende wird er von den laufenden monatlichen Kreditkarteneinsätzen sowie von den hohen Kreditkartenzinsen eingeholt beziehungsweise überrollt.



Empfehlenswert ist die Verwendung der Kreditkarte als das, was sie von Haus aus ist

• ein günstiges, problemloses Zahlungsmittel
• mit Bargeldfunktion am Geldautomaten
• bei monatlichem Ausgleich des ganzen Kreditkartensaldos ohne Kreditzinsen

Wenn doch einmal ein Saldo nicht Raten abbezahlt werden muss, kann sich bei längeren Laufzeiten sogar ein Ratenkredit zur Ablösung lohnen. Eine Kreditkarte sollte nicht zur Finanzierung von größeren Vorhaben über mehrere Monate genutzt werden. Allenfalls eine Überbrückung über wenige Wochen ist bei der Höhe der durchschnittlichen Kreditzinsen vertretbar.

Eine kostenlose Kreditkarte mit geringen geringen Kreditzinsen (im Vergleich zu anderen Anbietern) wird von der Hanseatic Bank mit der GenialCard Kreditkarte und von der Santander Bank mit der 1Plus Visa-Card angeboten.

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