Maut bezahlen mit Kreditkarte – So wichtig ist die Kreditkarte im Ausland

In der heutigen Zeit ist in Deutschland die Kreditkarte ein hilfreiches, im europäischen und vor allem außereuropäischen Ausland hingegen ein geradezu notwendiges Zahlungsmittel. In mittlerweile regelmäßigen Abständen wird diskutiert, ob das Bargeld mittelfristig vollständig oder zumindest größtenteils durch die Kreditkarte abgelöst werden kann. Skandinavier neigen zu einem Ja, Deutsche nach wie vor zu einem eher klaren Nein. Ungeachtet dessen ist die Kreditkarte aus dem Alltag kaum noch wegzudenken. Das wird an dem Beispiel Urlaub im Ausland deutlich, und zwar in Bezug auf die Maut bei Benutzung von Autobahnen.

In vielen europäischen Ländern ist das Befahren von Autobahnen und von Schnellstraßen, von Passstraßen, Tunneln und Brücken mautpflichtig. Das aus dem althochdeutschen Mūta abgeleitete Wort Maut heißt zu Deutsch Wegezoll oder einfach Zoll. Heutzutage wird die Maut als eine Form von Straßenbenutzungsgebühr bezeichnet. Darüber hinaus wird in mehr und mehr europäischen Innenstädten eine Citymaut erhoben; und neuerdings gilt das auch für die kostenpflichtige Zufahrt in innerstädtische Umweltzonen hinein. Die Maut ist mittlerweile in den meisten europäischen Urlaubsländern Gang und Gäbe. Sie wird an der Mautstation kassiert. Ohne eine Mautzahlung ist die Autofahrt hier zu Ende. An diesem Punkt kommt die Kreditkarte in Spiel. Zwar kann an vielen Stationen die Maut auch bar bezahlt werden, doch das bargeldlose Mautzahlen per Kreditkarte hat vielerlei Vorteile.



Schnelle Abfertigung ohne Personal an der Mautstation

Europaweit gibt es Mautstationen, die nicht oder nur zeitweise personell besetzt sind. In der heutigen Zeit ist jede von ihnen auf jeden Fall für das bargeldlose Bezahlen per Kreditkarte ausgerüstet. Das geht so weit, dass schon einige Hundert Meter vorher die Fahrspuren in „Mautbezahler bar, mit EC-Karte sowie mit Kreditkarte“ aufgeteilt werden. Die Bezahlung mit der EC-Karte ist auf die inländischen Autofahrer begrenzt. Der Hauptanteil unter den Fahrzeughaltern entfällt auf die Kreditkartenbezahler. Die Abfertigung am Mautschalter erfolgt schnell und problemlos. Die langen Autoschlangen bilden sich erfahrungsgemäß auf der Fahrspur für die Barzahler. Der Zeitaufwand mit Geld geben, Geld wechseln, Geld zurückgeben, Geld nachzählen usw. dauert ganz einfach länger als das Einstecken der Kreditkarte in den dafür vorgesehenen Kartenschlitz. Der Vorgang ist innerhalb weniger Sekunden gebucht, und schon ist der nächste Autofahrer an der Reihe.

Maut in jeder Währung mit der Kreditkarte bezahlen

Ein weiterer, man könnte sagen unschätzbarer Vorteil ist die Akzeptanz der Kreditkarte in jeder Landes- beziehungsweise Fremdwährung. Die Maut wird in derjenigen Währung von der Kreditkarte abgebucht, die in den Mautschalter einprogrammiert ist. Das ist üblicherweise die Landeswährung. Die Umrechnung von Landeswährung in die heimische Währung des Kreditkartenbenutzers erfolgt buchstäblich am Schreibtisch des Kartenanbieters. Diese Umrechnung geschieht gemäß den Allgemeinen Geschäftsbedingungen jeweils nach dem tagesaktuellen Wechselkurs zuzüglich der Fremdwährungsgebühr für den Verwaltungsaufwand. Der Barzahler hingegen muss wissen, welche Währung am Mautschalter akzeptiert wird, und er muss ausreichend Bargeld in dieser Auslandswährung bei sich haben. Diese Handhabung ist mittlerweile weitestgehend überholt und kaum noch praktikabel.

Nicht alle Mautstationen akzeptieren jede Kreditkarte

Doch aufgepasst! Nicht mit jeder Kreditkarte kann an jeder Mautstation bargeldlos gezahlt werden. Der Betreiber einer Mautstation entscheidet eigenständig, mit welchen Kartenherausgebern er kooperiert. In dieser Entscheidung ist er völlig frei und ungebunden. An den beiden namhaften Kreditkarten MasterCard und VISA ist aufgrund ihrer weltweiten Akzeptanz kein Vorbeikommen Doch schon bei den ähnlich oder regional weniger bekannten Kreditkarten wie AMEX, wie Barclaycard oder wie Diners Club International gibt es Lücken und weiße Flecken unter den Mautstationen. Das betrifft in erster Linie die City- und Umweltmaut in Städten wie beispielsweise Mailand oder wie Bologna. Ohne die passende Kreditkarte wird der Autofahrer zum Barzahler an der Mautstation, und zwar mit den sich daraus ergebenden Nachteilen. Moderne Mautautomaten erkennen in solchen Fällen automatisch, dass mit dieser Kreditkarte nicht bezahlt werden kann. Sie drucken eine Rechnung im Format eines Kassenbons aus, die im Nachhinein zu begleichen ist. Die Kreditkarte kommt aus dem Kartenschlitz zurück, die Mautschranke öffnet sich für die Weiterfahrt, und Fahrer sowie Kfz-Kennzeichen werden fotografiert.



Fazit zu Maut und Kreditkarten

In den USA ist es üblich und gängige Praxis, zum systematischen Aufbau einer „Credit History“ mehrere bis hin zu möglichst viele Kreditkarten verschiedener Herausgeber und Anbieter zu nutzen. Dort wird die Bonität anhand der Zahl von Kreditkarten bewertet, ohne dass es zu Zahlungsproblemen kommen darf. Hier in Deutschland ist die Situation deutlich anders. Für den Zahlungsverkehr werden kaum mehr als zwei, maximal drei Kreditkarten benutzt.

Ein Tourist, der Europa auf eigene Faust auf zwei oder vier Rädern erkundet, sollte sich vor Reisebeginn mit mehreren Kreditkarten versorgen. Allein zum Thema Mautgebühr sollte es ihm möglich sein, an jeder Mautstation mit der jeweils passenden, akzeptierten Kreditkarte bezahlen zu können. Vor diesem Hintergrund sind drei oder vier Kreditkarten keine Angeberei, sondern eine gute Portion Sicherheit für das problemlose Fahren auf allen mautpflichtigen Straßen Europas.

Be the first to comment

Leave a Reply

Your email address will not be published.


*