Kreditkarte beantragen – Tipps & Tricks für die Auswahl

Heutzutage, gegen Ende der 2010er-Jahre, ist die Benutzung einer Kreditkarte im täglichen Zahlungsverkehr so selbstverständlich wie notwendig. Infrage kommt, auch der Akzeptanz wegen, üblicherweise die Kreditkarte eines der namhaften Herausgebers wie AMEX, MasterCard oder wie VISA. Kartenanbieter sind Kreditinstitute wie Banken und Sparkassen sowie Kartenunternehmen mit einem vielfältigen Angebot. Der Kunde hat buchstäblich die Qual der Wahl. Er sollte diese Chance nutzen und Kreditkartenangebote vergleichen, um auch wirklich die beste unter vielen günstigen Kreditkarten herauszufinden. Der Kreditkartenantrag selbst ist eine Sache von Minuten. Der Onlineantrag wird ausgefüllt und mit einem Mausklick abgeschickt. Die anschließende Korrespondenz erfolgt online, Kreditkarte sowie PIN werden mit separater Briefpost zugeschickt. Das Freischalten geht ebenfalls online, bevor sofort danach die Kreditkarte vollbenutzbar ist. Doch welche der Kreditkarten wird favorisiert, welche von ihnen bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis, und welches ist unterm Strich das beste Angebot?

Hier ist eine kleine Entscheidungshilfe!

Unterschieden wird in die beiden Kreditkartenkategorien

mit Schufa und mit bonitätsabhängigem Kartenkredit als
– Charge-Kreditkarte (monatliche Abrechnung des gesamten Saldos)
– Revolving-Kreditkarte (Rückführung des Saldos in Raten möglich)
– Debit-Kreditkarte (MIT Kartenkredit jedoch zeitnahe, meist tägliche Verrechnung mit dem Guthaben)

ohne Schufa als
– Prepaid-Kreditkarte
– Debit-Kreditkarte (OHNE Kartenkredit und direkt Verrechnung mit dem Guthaben)

Für die Kreditkarte mit dazugehörigem Kartenkredit wird immer die Bonität als Kreditwürdigkeit des Antragstellers geprüft und bewertet. Maßgebend dafür ist der Schufa-Basisscore für die Ausgabeseite sowie das regelmäßige, gesicherte Monatseinkommen des Antragstellers. Im Onlineantrag wird die „Schufa-Klausel“ angeklickt als Zustimmung dazu, dass

• der Kreditkartenanbieter die Schufa-Datenbank des Betroffenen einsehen darf
• die Bonitätsbewertung anhand des Schufa-Score erfolgt
• Kreditkarte + Kartenkredit anschließend in die Schufa eingetragen werden

Kreditkarte nach Kartentyp beantragen

Bezüglich der Abrechnung einer Kreditkarte haben sich in Deutschland vier verschiedene Systeme etabliert bzw. durchgesetzt. Viele Kreditkarten sind so genannte “Charge-Kreditkarten” und werden regelmäßig, in der Regel einmal pro Monat, in voller Summe ausgeglichen. Der Kartenkredit kann innerhalb dieses Zeitraumes zinslos und vollständig genutzt werden. Viele Angebote aus Kreditkarte mit Girokonto greifen auf dieses Modell zurück, so etwa auch die DKB, Comdirect oder Norisbank.

Der Vorteil einer Charge-Kreditkarte liegt ganz klar darin, dass eine Verschuldung  der Kunden unwahrscheinlicher ist und auch keine vergleichsweise hohen Sollzinsen gezahlt werden müssen, wenn die offene Summe in Raten zurückgeführt wird.

Ein weiteres sehr verbreitetes Modell wird unter dem Namen Revolving-Kreditkarte angewendet. Der Kartenkredit kann vom Karteninhaber innerhalb einer meistens nicht begrenzten Kreditlaufzeit immer wieder bis zur Kreditlinie in Anspruch genommen werden. Die monatliche Kreditrückführung ist ein feststehender Mindestbetrag, der wunschgemäß vorübergehend oder auch dauerhaft erhöht werden kann. Die Monatszahlung wird anteilig auf Kreditzinsen + Kredittilgung angerechnet. Je geringer die Monatsrate ist, desto weniger wird getilgt, weil zunächst die angefallenen Sollzinsen bedient werden. Die sind für einen Kartenkredit deutlich höher wie die Sollzinsen für den Dispo-Kredit des Girokontos.

Bei einer Revolving-Kreditkarte handelt es sich so gesehen um eine im historischen Sinne “echte Kreditkarte”. Es wird ein Kredit gewährt welcher in flexiblen Raten zurückbezahlt wird. Hier besteht jedoch auch ein hohes Risiko der Verschuldung, schließlich fallen bei einer Ratenzahlung hohe Sollzinsen meist zwischen 15 und 25 % pro Jahr an. Jeder Ratenkredit oder Dispositionskredit auf dem Girokonto ist da in der Regel deutlich günstiger und die bessere Wahl. Eine Ratenzahlung mit der Kreditkarte sollte daher gut überlegt sein und nur in Notfällen genutzt werden. Es empfiehlt sich, stets den ganzen offenen Saldo zurückzuführen. Die Kreditkartenanbieter bieten dafür teilweise sehr großzügige zinsfreie Zeiträume an. Sehr beliebte Kreditkarten der Kategorie “Revolving-Kreditkarte” sind die Barclaycard Visa (bis zu 8 Wochen zinsfrei), die Advanzia MasterCard Gold (bis zu 7 Wochen zinsfrei), die ICS Visa World Card (bis zu 5 Wochen zinsfrei) und die Hanseatic Bank GenialCard (bis zu 4 Wochen zinsfrei). Eines haben alle Kreditkarten gemeinsam: Die Sollzinsen für Ratenzahlungen sind sehr hoch.

Die Kreditkarte ohne Schufa und ohne Kartenkredit ist für den Kartenanbieter kein finanzielles Risiko. Die Kreditkarte kann ausschließlich als Zahlungsmittel genutzt werden. Voraussetzung dafür ist ein mit der Kartenverfügung korrespondierender Habensaldo auf dem Referenzkonto. Das kann je nach Kreditkarte das Girokonto als Gehaltskonto sein, oder ein separates Kreditkartenkonto. Prepaid- und Debit-Kreditkarte als Kreditkarte ohne Schufa haben gemeinsam, dass Kartenverfügungen nur bei einer ausreichenden Kontodeckung, also bei einem Guthabensaldo möglich sind. Einige wenige Debit-Kreditkarten haben einen Kartenkredit, also ein echtes Kreditlimit, werden jedoch zeitnah mit dem Girokonto bzw. dem Guthaben verrechnet. Unter dieses Modell fällt die Kreditkarte der ING DiBa. Solche Debit-Kreditkarten werden in der Regel nicht ohne Schufa-Prüfung ausgestellt, weil auch hier ein finanzielles Risiko für den Anbieter besteht. Der Kunde könnte das Kreditlimit ausreizen und gleichzeitig nicht genügend Guthaben auf dem Girokonto haben.

Wenn die Entscheidung „Kreditkarte mit oder ohne Schufa“ gefallen ist, dann geht es als Nächstes darum, die Angebote für diese oder für jene Kreditkarte im Detail zu vergleichen. Geworben wird meistens mit der kostenlosen Kreditkarte.
Jetzt gilt es herauszufinden
• ob wirklich alles kostenlos ist
• wenn nicht, welche Bankdienstleistungen kostenlos beziehungsweise kostenpflichtig sind
– Jahresgebühr
– Barverfügungen am Geldautomaten im In- und im Ausland
– Fremdwährungsgebühr als Prozentsatz der Kartenverfügung
– Partnerkarte kostenlos Ja/Nein
….. und anderes mehr nach dem Leistungsverzeichnis des einzelnen Kartenanbieters

Mit diesem Ergebnis einer ausgiebigen Recherche kann jetzt guten Gewissens die ausgewählte Kreditkarte online beantragt werden. Der Antragsteller weiß, dass er die für sich persönlich beste Kreditkarte gefunden hat.