Gebührenfreie Kreditkarten – Immer und alles kostenfrei?

Das Wichtigste in Kürze:

  • Eine gebührenfreie Kreditkarte ist dauerhaft beitragsfrei (keine Jahresgebühr) – Durch die Nutzung können aber durchaus Gebühren entstehen, jedoch kein Fixkosten
  • Grundsätzlich gilt, dass eine gebührenfreie Kreditkarte nicht die selben Leistungen bieten kann wie eine teure Kreditkarte (z.B. Gold-Kreditkarte)
  • Durch einen starken Wettbewerb gibt es viele gebührenfreie Kreditkarten, die sowohl im Inland als auch im Ausland gebührenfrei eingesetzt werden können
  • Neben der Jahresgebühr sind Fremdwährungsgebühr, Bargeldgebühr und Sollzinsen die größten Kostentreiber
  • Manche Kreditkarten sind nur in der EURO-Zone gebührenfrei, nicht jedoch in Ländern mit anderer Währung wie z.B. England, Dänemark oder Tschechien

Tipp: In unserem Kreditkarten Vergleich sind alle Angebote nach Jahresgebühr sortiert. Die Redaktion empfiehlt die gebührenfreien Kreditkarten von Barclaycard und Santander als Kreditkarte ohne Girokonto sowie die von der DKB und Norisbank als Kreditkarte mit Girokonto. Mit allen Kreditkartenangeboten ist ein gebührenfreier Einsatz im In- und Ausland (EURO-Zone) möglich.

Heutzutage sind gebührenfreie Kreditkarten keine Seltenheit mehr. Viele Bankkunden bezahlen dennoch jährlich Gebühren für ihre Kreditkarte. Und das in vielen Fällen nicht mal ohne nennenswerte Gegenleistung. Tatsächlich gibt es viele Kreditkarten ohne Jahresgebühr und verursachen nur selten irgendwelche Zusatz-Kosten. Wichtig ist in jedem Fall, im Kreditkarten Vergleich genau auf die Details des Angebots zu achten.

Mittlerweile werden auch gebührenfreie Kreditkarten ohne extra Girokonto angeboten. Der offene Saldo wird meist per Bankeinzug von einem bestehenden Girokonto eingezogen oder per Rechnung bezahlt. Wer jedoch ohnehin auch auf der Suche nach einem kostenfreien Girokonto ist, wäre vielleicht mit einer gebührenfreien Kreditkarte mit Girokonto besser beraten.

Kreditkarte ohne Gebühren – Was muss beachtet werden?

Was bedeutet der Begriff „gebührenfreie Kreditkarte“? Grundsätzlich bezieht sich das zunächst einmal nur auf die Jahresgebühr, welche bei diesen Kreditkarten nicht anfällt. Es ist jedoch möglich, dass Gebühren für andere Vorgänge anfallen. Wird beispielsweise das zinsfreie Zahlungsziel überschritten, können Sollzinsen für den in Anspruch genommenen Kredit anfallen. Außerdem sind Zahlungen außerhalb der Euro-Zone häufig nicht kostenfrei. Wenn eine Transaktion in einer Fremdwährung durchgeführt wird, fällt oft eine Gebühr zwischen 1,50 bis 2,00 Prozent vom Umsatz an. Auch der Bargeldbezug kann mit Kosten verbunden sein.

Die Qual der Wahl – Welche ist die richtige gebührenfreie Kreditkarte?

Die Wahl zwischen kostenlosen Kreditkarten sollte natürlich nicht so ohne Weiteres gefällt werden. Zwar handelt es sich bei den Kreditkarten um Karten ohne Jahresgebühr, dennoch unterscheiden sie sich in verschiedenen Punkten voneinander.

Top Empfehlung: Barclaycard New Visa

Von vielen Nutzern wird immer wieder die Barclaycard New Visa empfohlen. Diese Kreditkarte ist gebührenfrei und bietet zusätzlich weltweit kostenfrei Bargeldverfügung. Für viele Kunden erfüllt diese Kreditkarte damit ein weiteres wichtiges Auswahlkriterium. Außerdem gewährt Barclaycard ein bis zu zwei Monate zinsfreies Zahlungsziel. Die Barclaycard New Visa ist nicht nur gebührenfrei, sondern es muss auch kein zusätzliches Girokonto eröffnet werden.

Der offene Rechnungsbetrag bei der Barclaycard New Visa wird über ein bestehendes Girokonto abgerechnet, entweder per Überweisung oder per Lastschrift. Wer möchte, kann die offenen Beträge auch in monatlichen Raten begleichen. Dann fallen dafür natürlich Sollzinsen an.

Tipp: Gebührenfreie Kreditkarte mit Girokonto – DKB VISA

Wer neben einer gebührenfreien Kreditkarte auch ein kostenloses Girokonto nutzen möchte, könnte mit dem Angebot der DKB sehr gut beraten sein. Die DKB-VISA-Card gibt es in Verbindung mit einem gratis Girokonto. Hier fallen ebenfalls weltweit keine Gebühren für Bargeldbezug am Geldautomaten an. Eine Ratenzahlung ist allerdings nicht möglich.

Selbstverständlich gibt es noch viele weitere kostenlose Kreditkarten in unserem Online Vergleich.

Hier lauern die Gebührenfallen

Die Jahresgebühr

Auch wenn es die Werbung oft vermuten lässt, kann eine Kreditkarte eigentlich nie bedingungslos und komplett kostenfrei sein. Viele Anbieter hierzulande bewerben eine kostenfreie Kreditkarte. Dabei ist, wie bereits erwähnt, in den meisten Fällen die Jahresgebühr gemeint. Doch wer Kreditkarten geschickt nutzt, erhält nicht nur eine Kreditkarte ohne Jahresgebühr, sondern auch ohne Kosten für Bargeldbezug oder sogar Fremdwährungsentgelt.

Häufig bedeuten gebührenfreie Kreditkarten auch, dass es keine Zusatzleistungen gibt bzw. nur sehr eingeschränkt. Das ist jedoch völlig in Ordnung, denn es dürfte jedem klar sein, dass es umfangreiche Reiseversicherungen nicht zum Nulltarif gibt. Wer oft im Ausland unterwegs ist und Versicherungen für Mietwagen, Reiseteilnehmer, Auslandsschutzbriefe etc. benötigt, kann mit diversen Angeboten dennoch günstiger kommen, als wenn er jede Versicherung einzeln abschließt. In solchen Fällen bieten sich Kreditkarten fürs Ausland an. Ein Beispiel sind hier die Eurowings Kreditkarten Gold. Im ersten Jahr gebührenfrei, danach 69 Euro jährlich. Sie enthalten eine ganze Reihe an Zusatzversicherungen, die speziell für Vielreisende und Geschäftsleute geeignet sind.

Gebühr für Bargeldbezug

In Deutschland wird meistens die Girocard am Geldautomaten genutzt. Im EU-Ausland kostet das jedoch bei den meisten Banken Geld. Selbst innerhalb Deutschlands ist die kostenfreie Nutzung der Girocard nur an bestimmten Automaten vorgesehen. Für die Nutzung am Geldautomaten im Ausland eignen sich Kreditkarten meist besser.

An dieser Stelle gibt es 3 empfehlenswerte Kreditkartenanbieter: die ING DiBa Visa Card, die DKB-VISA-Card und die Barclaycard New Visa. Bei allen 3 Anbietern ist die Benutzung des Geldautomaten sowohl in Deutschland, als auch innerhalb der Euro-Zone komplett gebührenfrei. Eine Jahresgebühr wird hier ebenfalls nicht fällig.

Kosten bei Zahlungen in Fremdwährung

Jede Transaktion von Euro in einer Fremdwährung kostet bei den meisten Anbietern eine Gebühr. Diese liegt etwa zwischen 1,50 und 2,00 Prozent vom Umsatz. Mit der Girocard fallen diese Kosten (Gebühren) ebenfalls an, sofern sie sich überhaupt im jeweiligen Land einsetzen lassen. Kann die Fremdwährungsgebühr umgangen werden?

Ja, aber es gibt nur sehr wenige Anbieter ohne Fremdwährungsentgelt. Zu beachten ist, dass auch in Europa eine Gebühr anfallen kann. Länder wie Großbritannien, Norwegen, Tschechien oder die Schweiz haben den Euro als Währung nicht eingeführt. Möchten Sie Ihre Kreditkarte in diesen Ländern einsetzen, müssen Sie mit einer Fremdwährungsgebühr rechnen. In allen anderen Ländern der Eurozone hingegen, wo der Euro offizielles Zahlungsmittel ist, können Sie bedenkenlos Ihre Kreditkarte einsetzen.

Kreditkartenanbieter ohne Fremdwährungsentgelt sind unter anderem:

Sollzinsen bei Ratenzahlung

Eine Kreditkarte hat in der „Urform“ etwas mit einem Kredit zu tun. Außer es handelt sich um eine Prepaid Kreditkarte. Wie es der Name schon verraten lässt, muss eine solche Kreditkarte zuerst mit einem Guthaben aufgeladen werden, bevor sie zum Einsatz kommen kann, sie funktioniert nur über Guthaben.

Eine „echte“ Kreditkarte hingegen, hat einen Verfügungsrahmen, oft auch Kreditlinie genannt. Dieser Verfügungsrahmen fällt unterschiedlich aus, ausschlaggebend dafür ist die Bonität. Der Inhaber einer solchen Kreditkarte, auch revolvierende Kreditkarte genannt, kann die offenen Beträge in monatlichen Raten begleichen. Im Gegenzug fallen dafür natürlich Sollzinsen an.

Diese Zinsen liegen meist deutlich höher als die für einen Dispokredit auf dem Girokonto. Es gibt auch ein zinsfreies Zahlungsziel, das je nach Anbieter zwischen vier und acht Wochen beträgt. Während dieser Zeit, fallen keine Sollzinsen an. Erst wenn der Saldo nicht komplett ausgeglichen wird und die Ratenzahlung erfolgt. Der effektive Jahreszins beträgt im Schnitt zwischen 15% und 20% p.a. Wer diesen Kreditrahmen dauerhaft nutzt, zahlt damit auf Dauer eine ganze Menge Sollzinsen.

Um diese Kosten zu vermeiden, sollte immer für ausreichende Deckung gesorgt werden bzw. der Betrag immer komplett ausgeglichen werden. Wenn es sich nicht vermeiden lässt, so sollte die Ratenzahlung nur als kurze Zwischenfinanzierung genutzt werden. Keinesfalls aber als dauerhafter Kredit. Unter Umständen lohnt sich dann eher ein echter Ratenkredit.