Kreditkartenbetrug verhindern – Darauf müssen Sie achten

Kreditkarten erleichtern das Leben nicht unwesentlich. Man muss kaum Bargeld im Ausland mit sich tragen, kann inzwischen eigentlich immer und überall einfach bezahlen und auch der Einkauf im Internet ist simpel wie nie. Ob Sie nun in Deutschland, Europa oder weit darüber hinaus bezahlen müssen, schnellerer Geldtransfer geht nicht.

Allerdings geht mit all dieser einfachen Handhabung die Fragen einher: Wie sicher ist es denn mit so einer Kreditkarte zu bezahlen? Sind Kreditkarten nicht vom System her inzwischen völlig veraltet und viel zu anfällig für Betrug, Missbrauch und Diebstahl?

All diese Fragen sind gut und richtig. Natürlich sind Missbräuche von Kreditkartendaten inzwischen Alltag geworden und auch das Bezahlsystem mit dem Magnetstreifen ist beinah 50 Jahre alt, aber wenn man einige simple Grundregeln beachtet, ist das Risiko Opfer eines Betruges oder Diebstahls zu werden verschwindend gering. Ähnlich wie bei Ihrer EC Karte muss man halt auch bei der Kreditkarte ein gewisses Maß an Vorsicht und Kontrolle beherzigen.

Grundsätzlich tun die Kreditkartengesellschaften viel dafür, die Zahlungen so sicher wie möglich zu machen. Schließlich ist es keine erstrebenswerte Werbung, wenn mehr und mehr Kunden durch Betrüger teils hohe Kapitalbeträge verlieren. Jede Kreditkarte ist daher mit mehreren Sicherheitsmerkmalen und -verfahren verknüpft. Hier ist zunächst die 16-stellige Kartenummer zu nennen, die bei jedem Zahlvorgang angegeben werden muss. Weiterhin besitzt jede Kreditkarte ein Gültigkeitsdatum, das ebenfalls beim Bezahlen abgefragt wird. Je nachdem, mit welchem Verfahren gezahlt wird, muss der Besitzer außerdem die Zahlung mit seiner Unterschrift bestätigen oder die Geheimzahl, welche er zu seiner Karte erhalten hat, in ein spezielles Gerät eingeben. Und zu guter Letzt verfügt inzwischen jede Kreditkarte über eine spezielle, dreistellige Prüfziffer, die den Bezahlvorgang noch sicherer werden lässt.

Kreditkartenrechnungen genau prüfen

An erster Stelle steht dabei natürlich immer die regelmäßige Überprüfung der Kreditkartenabrechnung. In dieser sind fein-säuberlich alle Positionen und Einkäufe, sowie die damit einhergehenden Belastungen aufgeführt. Sollte Ihnen hier bereits etwas merkwürdig vorkommen, wenden Sie sich einfach direkt an Ihren Kreditkartenanbieter. Dieser kann Ihnen sicherlich ohne Umschweife weitere Informationen zu den Belastungen geben.

Viel wichtiger ist es allerdings bei Einkäufen beziehungsweise dem Bezahlen von Waren oder Dienstleistungen ein gesundes Maß an Vorsicht walten zu lassen.

Kreditkarte niemals aus den Augen lassen

In vielen Hotels und Restaurants ist es zwar üblich mit die eigene Kreditkarte beim Kellner oder Portier abzugeben, so dieser nicht mit einem mobilen Lesegerät an den Tisch tritt, aber auch in dieser Situation sollten Sie anbieten zum Bezahlen mit an die Theke oder Rezeption zu kommen. Im Zweifelsfall nur um die Zahlung zu überwachen. Dies mag in manchen Momenten etwas kontrollierend erscheinen, aber wer nichts zu verbergen hat, hat dagegen auch nichts einzuwenden. Kopiergeräte, mit denen sich die Daten der Kreditkarte – mit Ausnahme der Pinnummer – auslesen lassen, sind inzwischen so kleine, dass sie ohne weiteres auch in einer Handfläche Platz finden. Gleichfalls sollten Sie natürlich, außerhalb ihrer eigenen vier Wände, ihre Kreditkarte nicht irgendwo liegen lassen. Egal wie sicher ein Ort vermeintlich zu sein scheint.

Geldautomaten vor Nutzung kontrollieren

Was für EC Karten gilt, gilt auch für Kreditkarten. Heutzutage ist leider kaum ein Geldautomat vor Betrügern sicher. Diese wissen mit technischen Tricks und Umbauten Bankautomaten so zu manipulieren, dass dort alle wichtigen Daten über eine EC oder Kreditkarte abgegriffen werden. So wird üblicherweise der Schlitz für die Karte mit einem Lesekopf versehen und das Zahlenfeld mit einem extra für die Datenspeicherung eingestellten Nachbau verdeckt. Aber auch die Anbringung von kleinsten Kameras mit Blick auf das Zahlenfeld ist schon vorgekommen. Sollte Ihnen also etwas an einem Bankautomaten merkwürdig vorkommen, wackeln Sie ruhig daran. Scheuen Sie sich nicht Veränderungen oder Umbauten bei der Bank, dem Betreiber oder der Polizei zu melden. Genauso wichtig ist es aber auch sich beim Abheben nicht ablenken zu lassen. Taschendiebe haben es beinah zu einer Kunst erhoben unwissende Opfer im richtigen Moment zu zweit oder dritt anzusprechen und um Bargeld und Kreditkarte zu bringen.

Taschendieben keine Chance geben

Gegen geübte Taschendiebe ist man leider wirklich machtlos. Das Geschick, mit dem man von diesen Dieben um Bargeld und Kreditkarte gebracht wird, nötigt einem in vielen Fällen ein gewisses Maß an Anerkennung ab. Allerdings bedeutet dies noch lange nicht, dass man Dieben das Handwerk zu leicht machen sollte. Bewahren Sie deswegen Ihre Kreditkarte nicht unbedingt in Ihrer Geldbörse auf, sondern tragen Sie sie lieber möglichst nahe am Körper in einer verschließbaren Innentasche. Insbesondere während eines Urlaubs im Ausland, in dem Sie nicht sofort Ersatz für eine gestohlene Karte besorgen können und ohne diese möglicherweise ohne Zahlungsmittel dastehen ist dieser Schritt besonders wichtig. Sollten Sie mehr als eine Kreditkarte mit sich führen, bewahren Sie diese an unterschiedlichen Orten auf.

Einkäufe im Internet nur auf sicheren Websites durchführen

Bei der Zahlung im Internet darauf geachtet werden, dass die Daten ausschließlich in verschlüsselter Form zum Zahlungsempfänger gelangen. Erkenntlich wird dies anhand eines kleinen Schloss-Symbols, das in der unteren Ecke des Browserfensters eingeblendet wird. Internetseiten, die Daten in verschlüsselter Form übertragen, tragen außerdem den Vorsatz „https://“ (anstatt http:// ) in der Webadresse. In Fachkreisen spricht man von der SSL-Verschlüsselung. Weiterhin sollte sichergestellt werden, dass sich keine Viren und andere Schadprogramme (zum Beispiel Maleware, Trojaner etc.) auf einem Computer befinden, von dem aus die Kreditkartenzahlung vorgenommen wird. Ein aktuelles Virenprogramm sowie eine Firewall gegen Internet-Eindringlinge sind also absolute Pflicht.

Gehen Sie gerne auf Online-Shopping-Tour, sollte der fragliche Shop einen seriösen Eindruck machen. Ist der Standort des Shops in Deutschland oder einem anderen Land der EU oder in den USA, ist dies vertrauenerweckender als wenn er auf einer Insel in der Karibik sein Dasein fristet. Sie müssen bedenken, dass nicht nur der Betrag, den die vermeintliche Ware oder Dienstleistung kosten soll, sondern ein nahezu beliebiger Betrag von Ihrer Kreditkarte abgebucht werden kann. Geben Sie den Namen des Shops vor der Bestellung in eine Suchmaschine wie Google oder Bing ein und prüfen Sie, ob andere Verbraucher über negative Erfahrungen berichten.

Kartensperrung im Zweifel immer die beste Lösung

Ob nun plötzlich Einkäufe auf Ihrer Abrechnung auftauchen, die Sie nicht getätigt haben oder Ihre Karte auf einmal nicht wiederzufinden ist, einer der ersten Schritte sollte es sein die Karte sperren zu lassen. Nur so sind Sie vor weiteren Kosten geschützt und nur so kann weiteren kriminellen Unternehmungen ein Riegel vorgeschoben werden. Das Zahlungsmittel können Sie telefonisch bei Ihrer Kreditkartenorganisation, Ihrem Kreditinstitut oder dem zentralen Sperrannahmedienst – die Telefonnummer lautet: + 49 116 116 (gebührenfrei in Deutschland, abweichende Gebühren aus dem Ausland) sperren lassen. Die Hotlines zur Sperrung der großen Anbieter lauten:

  • Visa: 0800 811 8440 international (R-Gespräch): +1-303-967-1096
  • MasterCard (nur Deutschland): 0800 819 1040 international (R-Gespräch): +1 636 722 7111
  • American Express: +49 69 97 97 1000 (personal)

Fazit: So beugen Sie Kreditkartenbetrug vor

  • Geben Sie Ihre Kreditkarte niemals in fremde Hände, wenn Sie nicht dabei sind
  • Achten Sie bei Bestellungen im Internet auf eine sichere Verbindung (https:// anstatt http:// in der Adressleiste) und ein sicheres System mit aktuellen Virenscannern
  • Prüfen Sie vorab, ob der Online-Shop seriös ist (telefonisch erreichbar? negative Bewertungen? Firmensitz?)
  • Bei Bargeldabhebungen: Geben Sie Ihre PIN so ein, dass Sie niemand beobachten kann. Prüfen Sie auch, ob der Geldautomat sicher erscheint.
  • Notieren Sie sich Ihre PIN niemals auf der Karte oder in der Geldbörse
  • Reagieren Sie nicht auf E-Mails, die Sie auffordern Ihre Kreditkarten-Daten einzugeben. Auch Ihre Bank wird Ihnen niemals solche E-Mails senden!